Text: Werner Kirchhoff
Fotos: ADDI creare-imagos
Erschienen auch bei Motorrad & Reisen im Heft 87.
Vermeintlich fern, aber doch zum Greifen nah! Für uns
in Stralsund an der Ostsee sind Dänemark als auch
Schweden nur einen Katzensprung entfernt. Aber dennoch
müssen auch wir uns über den Irrglauben einer langen
Fährreise hinwegsetzen, denn in nur wenigen Stunden hat
man von Mecklenburg-Vorpommern, gleich wohin,
übergesetzt.
Doch wie kommt man darauf, nach
Schweden zum Motorradfahren aufzubrechen? Die Idee dazu
lieferte unser Fotograf Addi mit der Begründung:
"Im Norden sind die Tage länger und damit
entsprechend heller." Damit war der Name der Tour
"Nordlichtrunde" geboren und die Aussage
sollte sich auch bewahrheiten, denn selbst beim
Übersetzen mit der Fähre am Abend des letzten Tages
begleitete uns der strahlende Sonnenschein.
Tag 1:
Stralsund - Rostock - Gedser -
Møns Klint - Lund Havn - Kopenhagen - Malmö
Tag 2:
Malmö - Ystad - Schloss
Bäckaskog- Karlskrona
Tag 3:
Karlskrona - Kristianopel -
Gökadal - Konga - Torne - Diö - Älmhult - Diö
Tag 4:
Diö - Markaryd - Hässleholm -
Ystad - Smygehuk - Trelleborg - Fährhafen Sassnitz -
Stralsund
Auf der Suche nach einer geeigneten Destination für unsere
Reiseangebote an der Ostsee gibt mir Addi als Freund des
Hauses und Fotograf kurz den Tipp: "Nimm doch mal
Dänemark und/oder Schweden ins Programm."
"Prima", sage ich, "super Idee". Denn Addi
hat den "Skandinavien-Bogen" raus. Er ist dort schon
immer sozusagen mir nichts, dir nichts einfach mal fürs
Wochendende oder auch für nur einen Tag zum Einkaufen oder
Bummeln rübergefahren. In der Tat, von Rostock, wohin wir von
Stralsund aus gerade mal eine Stunde Anfahrt benötigen,
pendelt die Fähre (Scanlines) mehrmals täglich in unter zwei
Stunden rüber nach Gedser/Dänemark und zurück und das für
gerade mal gute 50,-- Euro zur Sommerzeit. Die Fähre
Trelleborg/Schweden - Sassntiz/Rügen (Stena Line), ebenfalls
mehrfach täglich, fährt etwa vier Stunden für auch nur circa
60,-- Euro.
Diese Voraussetzungen hören sich doch ganz
gut an und schon gleich machen wir un daran, die Reise grob zu
planen. Bei der Frage, welchen Teil Dänemarks und Schwedens
wir machen möchten oder sollten, schaue ich zunächst mal ins
Archiv bei "Motorrad & Reisen", für deren
Magazin wri schon die eine oder andere Reisestory
aufgeschrieben haben. Und siehe da, wie vermutet, Südschweden
ist dort bereits vorhanden, jedoch mehr der südwestliche Teil.
Damit wäre der südöstliche Teil auch für "M&R"
was Neues. Bei näherer Betrachtung dieser Region müssen wir
allerdings zunächst mangels ausreichender Strecken- und
Lokalkenntnisse passen. So schnell geben wir natürlich nicht
auf und setzen uns auf einen Rat von Peter Schmitz -
"Bikerbetten" - mit einem skandinavischen
Reiseprofi, der "Feelgood Reisen GmbH", in
Verbindung. Deren Geschäftsführer Ralf Schröder stellt sich
schnell und unkompliziert auf unsere Reisewünsche ein und
lässt uns einen entsprechenden Routenvorschlag zukommen. Sein
Vorschlag ist ganz konservativ mit einem Farbstift auf eine
Landkarte im Maßstab 1:250 000 eingezeichnet. Wir alle sind
von diesem sehr angetan und buchen schon nach zwei, drei
weiteren Detailgesprächen bei "Feelgood Reisen".
Damit ersparen wir uns natürlich gleichzeitig die Mühen aller
Reise-, wie Fähr- und Hotelbuchungen. Alle Formalitäten sind
nun schnell udn vor allen Dingen unkompliziert erledigt und
wir freuen uns auf die skandinavische Sommertour.
Wir, das heißt Anika und Kathleen als Fahrerinnen unseres
Begleitfahrzeuges, unser Hotel- und zugleich Tourengast
Wolfgang, kurz Wolle genannt, und ich, Werner, haben uns am
Morgen um 6:30 Uhr in der MOTOBIKE-AREA meines "Altstadt
Hotel zur Post Stralsund" verabredet, um gemeinsam zum
Fährhafen nach Rostock zu fahren. Dort legt um 9 Uhr die Fähre
nach Dänemark - Gedser/Insel Falster - ab.
Etwas
verspätet rollen wir los Richtung Rostock. Verspätet, weil
Wolle sein Moped zunächst nicht gestartet bekommt. Nach
einigen Startversuchen aber stellt er dann fest, dass der
Hauptschalter wohl ausgeschaltet ist. Dies habe ich
verursacht, weil ich sein Motorrad am Abend noch mal auf
seinen Wunsch umgestellt hatte. Anika und Kathleen kommen auch
erst auf den letzten Drücker im Hotel an und stehen dennoch
ganz gelassen mit einem "Coffee to go" abseits,
während ich schon beginne, leicht nervös zu werden. Jetzt
sammeln wir noch unseren Fotografen Addi ein und sind endlich
unterwegs. Dann, kurz vor Rostock, biegt Wolle plötzlich
falsch ab - wenn das mal nicht schiefgeht. Während unser
Begleitfahrzeug auf dem direkten Weg zum Hafen ist, nehmen er
und ich so noch einen kleinen Umweg durch die Stadt, schaffen
es aber dann trotzdem noch rechtzeitig. Alle sehen gespannt
auf die Fähre, die auch schon gleich einläuft.
Leinen los!
Geschafft, wir sind auf der Fähre und werden mit unseren Motorrädern gleich auf dem Vorderschiff an den dafür vorgesehenen Plätzen eingewiesen. Mit einem kleinen Spanngurt befestigen wir diese noch mal aus Sicherheitsgründen, wenngleich für heute kein großer Seegang zu erwarten sein dürfte. An Oberdeck treffen wir uns dann mit der Autobesatzung, die jetzt natürlich nichts anderes als das große dänische Frühstücksbuffet im Kopf hat. Addi und Wolle schlagen bei dem großen Buffet zu, während die beiden Damen und ich mit dem kleinen Frühstück in der Cafeteria Vorlieb nehmen. So genießen wir die kurze Überfahrt und lassen uns trotz des verhangenen Himmels den Wind schön um die Nase wehen, bevor es schon wieder ins Unterdeck zum Auto und zu den Motorrädern geht.
Festmachen in Dänemark
Auf der Pier in Gedser erwarten uns bereits Nicoline und Jan,
Gäste unseres Hotels, die mein Bruder Franz und ich
ursprünglich auf einer unserer Touren in Pfunds/Österreich
kennengelernt haben und die inzwischen auch bei einer unserer
großen Start-of-Season-Touren dabei gewesen sind. Gedser ist
mit seiner Steilküste "Odde" nebenbei gesagt der
südlichste Punkt Skandinaviens. Den Vorschlag der beiden, die
frühe Tageszeit zu nutzen und erst mal nach Klintholm zu den
Kreidefelsen zu fahren, nehmen wir gerne an.
Auf dänisch
"Møns Klint" bildet die Kreide-Steilküste im Osten
der Insel "Møn" quasi das Gegenstück zu den direkt
gegenüberliegenden Kreidefelsen der Insel Rügen.
Tagesetappe eins: Kreidefelsen
Jan wählt eine tolle und spannende Strecke durch viele kleine
Orte und abwechslungsreiche Nebenstraßen. Auf unserem Weg
kommen wir an einer sehr imposanten Anlage vorbei. Es stellt
sich heraus. dass es sich dabei um das größte dänische
Gefängnis handelt. Es wird von den Medien als das
"humanste Gefängnis der Welt" bezeichnet. Jeder
Insasse hat hier wohl ein eigenes Zimmer mit angeschlossenem
Bad. Die Planungszeit für das heute modernste und sicherste
Gefängnis Skandinaviens betrug 30 Jahre. Das "Stormstrøm
Fængsel"wurde in fünf Jahren erbaut.
Wir erreichen
die Kreidefelsen. Mit Spannung und Vorfreude klettern wir hoch
und sind von der Aussicht auf unsere Insel Rügen mehr als
begeistert. Sozusagen fühlen wir uns fast zuhause. Trotz
ständig immer wieder einsetzendem, leichtem Nieselregen
gelingen uns unter den immer wieder herausblickenden
Sonnenstrahlen einige tolle Aufnahmen. Jan hatte recht, ein
lohnenswerter Besuch eines grandiosen Naturschauspiels.
Tagesetappe zwei: Dänische Burger
Über die "Dronning Alexandrines Bro" (Brücke)
verlassen wir die Insel "Møn" und fahren entlang der
Faxe Bucht bis zum Hafen in Lund Gade. Dort überraschen uns
unsere dänischen Guides mit einem landestypischen Mittagessen
- es gibt Burger und wer möchte bekommt selbstverständlich
auch ein "grønne pølser" (dänischer Hotdog). Zum
Dessert gibt es natürlich dänisches Softeis in der Waffel.
Kurz
vor dem Hafen in Lund Gade war uns noch eine Kurve
aufgefallen, die sich als Kulisse für Fahrbilder bestens
eignen sollte. Gut gestärkt fahren wir nach unserem Imbiss
dorthin zurück und beginnen, einige Kurvenmanöver fotografisch
in Szene zu setzen. Zuschauer finden sich auch schnell ein. Es
sind Touristen aus Deutschland, selbst leidenschaftliche
Motorradfahrer, die ihre Traurigkeit darüber kundtun, dass sie
mit dem Auto unterwegs sind. Der eine sperrt sogar kurzweilig
die Straße für uns. Hätte es einen Preis für das
specktakulärste Kurvenmanöver gegeben, Nicoline mit ihrer
"Doppel R" hätte ihn gewonnen. Es wäre ihr sicher
auch zu gönnen gewesen, denn hier war sie endlich mal richtig
in ihrem Element. Ansonsten wurde sie wie auch schon bei
unserer großen "SOS Tour" durch Deutschland
bedauert, mit solch einer Rennmaschine derart große Touren
absolvieren zu müssen. Aber wie sie sagt und man auch sieht,
steckt sie das locker weg. Alle anderen übrigens haben auch
ganz ordentlich abgeschnitten. Jan kommt auf seiner 1200 GS
Adventure, wie sich nachher noch herausstellen soll, fast
schon einem Virtuosen gleich. Wolle auf seiner K 1200 GT und
mir, auf meiner neuen Africa Twin DCT wäre aber zumindest ein
Trostpreis zugestanden.
Tagesetappe drei: Überfahrt nach Schweden
Danach setzen wir unseren Weg fort entlang der Køge Bucht und fast unmerklich schnell befinden wir uns im Kopenhagener Großstadtverkehr. Die Fahrt durch und über den Öresund, von der dänischen Hauptstadt ins schwedische Malmö, ist absolut spektakulär. Fährt man doch zunächst durch den Drogdntunnel auf die Insel "Pepparholm" und dann weiter über die imposante, acht Kilometer lange, Öresundbrücke (die weltweit längste Schrägseilbrücke).
Tagesziel Malmö erreicht
Angekommen in Malmö ist unser Hotel im Stadtkern schnell
gefunden. Beim Check-In jedoch kommt es zu einigen
Irritationen, irgendwie liegt wohl eine Doppelbuchung vor.
Naja, besser als umgekehrt.
Wir lösen es auf jeden Fall
schnell und unkompliziert und beziehen unsere sehr
ordentlichen Zimmer, nachdem wir die Motorräder in der gleich
nebenan liegenden Tiefgarage gut untergebracht haben. Zum
Stiefelbier finden sich alle in der Hotelhalle ein und wir
verabreden uns auf den abendlichen Besuch des großen
Altstadtfestes. Wir haben Glück, dass ausgerechnet an diesem
Wochenende das beliebte, seit 1985 bestehende Malmö Festival
stattfindet.
Ein unwahrscheinlich schönes Straßenfest,
bei dem es an nichts mangelt und entsprechend genießen wir
trotz des für uns bisher schon sehr langen Tages die
schwedische Art des Feierns. Gekrönt wird dieser Besuch mit
den Karusselfahrten unserer beiden Damen Kathleen und Anika,
für die es auch vor den überdimensionierten Fahrgeschäften
keinen Halt gibt. Danach gibt es dann noch im Hotel ein Glas
Sekt zur Mitternachtsstunde, weil Anika Geburtstag hat.
Tagesetappe eins: Ystad
Nach dem gemeinsamen Frühstück verabschieden wir Jan und
Nicoline, die uns den ersten Tag bravourös durch ihre Heimat
geführt haben.
Für uns geht es weiter. Nachdem wir
zunächst falsch abbiegen und deshalb nicht die E 65, sonder
die 108 fahren, führt uns der Weg dafür direkt entlang der
Südküste Richtung Ystad. Auf der nun eher zufälligen Route
finden wir nach etwa 1,5 Stunden am Hafen in Smygehamn
Schwedens südlichstes Café, das niedliche Café Smyge. So
entschließen wir uns für eine erste Rast und genießen im
Wintergarten den Blick auf den kleinen Hafen. Der Kaffee und
die hausgemachten Kuchen sind ein Gedicht.
Danach fahren
wir an der Küste weiter über Skateholm und Svarte nach Ystad.
Auch hier spielen die Fähren eine große und wichtige Rolle,
deren Hauptverbindungen zur Inseln Bornholm und ins polnische
Swinemünde führen. Für die Krimifans: hier finden die
Handlungen in den Kriminalromanen von Henning Mankell statt -
ausschließlich an Originalschauplätzen.
Tagesetappe zwei: Schloss Bäckaskog
Da Anika von mir ein tolles Mittagessen zu ihrem 21.
Geburtstag versprochen wurde, machen wir jetzt erstmal richtig
Kilometer, um noch rechtzeitig im weithin bekannten Restaurant
des Schlosses Bäckaskog anzukommen. Bei der Anfahrt bietet
sich ein herrlicher Blick auf das Schloss, das sehr malerisch
am See Ivösjon liegt. Die schönen Gemälde in der Hotelhalle
bieten auch gleich den richtigen Rahmen für Anikas
Geburtstagstisch.
Und nun erwartet uns ein vorzügliches
Mittagessen. Wir nehmen an einem opulent angerichteten,
landestypischen Mittagsbuffet teil. Besonders zu erwähnen sind
dabei die leckeren Süßspeisen.
Einen großen
Wehrmutstropfen erfahren wir, als wir auf den Parkplatz zum
Auto zurückkehren. Dort müssen wir leider nach dem zweiten,
dritten Mal Hinsehen feststellen, dass unsere Wertsachen aus
dem Begleitfahrzeug gestohlen wurden. Dank der Hilfe eines
netten Einheimischen gelingt es uns, die Polizei zu
verständigen. Da in Schweden jedoch der ganze Vorgang über das
Telefon geregetl wird, erledigen wir den Rest der Angaben
später unter sehr engagierter Mithilfe des Rezeptionspersonals
in unserem Zielhotel. Alle anderen diesbezüglich relevanten
Vorgänge erledigt inzwischen die Verwaltung unseres
Stralsunder Hotels. Fazit: Aufpassen muss man eben überall.
Obwohl uns vieles abhanden kam, hatten wir das wichtigste
Equipment mit im Restaurant, sodass wir unsere Tour
weiterführen können.
Tagesetappe drei: Karlskrona
So fahren wir vom Schloss Bäckaskog weiter durch eine wunderschöne Waldlandschaft und dann auf schnellstem Weg über die E 22 zu unserem heutigen Ziel, dem Scandic Hotel Karlskrona. Ein gutes Hotel, das sehr herrlich direkt am Wasser gelegen ist. Bevor wir den Tag in der Terrassenbar ausklingen lassen, schlendern wir noch etwas durch die Stadt. Der Marinehafen befindet sich übrigens auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste. Sehenswert ist hier auch die größte schwedische Holzkirche, die Admiralitätskirche von 1697.
Tag drei bricht an und nach einem ausgiebigen, guten Frühstück
machen wir noch einige Aufnahmen am Wasser direkt vor dem
Hotel. Auf schönen, breiten Straßen führt uns der Weg aus
Karlskrona heraus und bereits nach einer Stunde kommen wir an
dem kleinen und idyllischen Hafen von Kristianopel an. Hier
gibt es, wenngleich noch früh, zum Kaffee schon das erste gute
schwedische Eis. Danach werfen wir noch einen kurzen Blick in
den kleinen ländlichen Handarbeitsladen "Sköna Ting i
Kristianopel AB".
Inzwischen drängeln die Mädels
wieder, sie wollen unbedingt in einen Elchpark, schließlich
ist Schweden bekannt für die größte Zahl an Elchen in ganz
Europa. Da die Freilaufenden schon mal große Schäden
verursachen können, sind wir, die Motorradfahrer, dagegen eher
froh, diesen Vierbeinern nicht in der freien Natur zu
begegnen.
Nach Kristianopel verlassen wir die E 22 und
fahren landeinwärts westlich durch den Wald in Richtung
Älmhult. Am Rande bemerkt sei hier, dass Schweden zu 50 % mit
Wald bedeckt ist.
Also muss hier doch irgendwo auch ein
solches Gehege sein, das wir in unseren Planungen ursprünglich
ja gar nicht vorgesehen hatten. Und tatsächlich sehen wir
schon bald Hinweisschilder zu Schwedens ältestem Elchpark -
"Räntemåla Gård". Dennoch Pech, leider sind wir zu
früh. Die Fütterung und entsprechend auch der Einlass sind
erst um 16 Uhr. Wir geben nicht auf und trösten die Mädels:
das wird schon noch. Wir fahren also weiter. Jetzt wird der
Weg eindrucksvoll, denn er führt uns quasi direkt durch den
See "Åsnen". Es ist der zweitgrößte See
des
"Smålandes". Diese große Seenlandschaft bildet seit Mitte
2018 den 30. Nationalpark Schwedens. Wir genießen diese
Landschaft und fühlen uns bestätigt, Schweden spätestens jetzt
in seiner klischeehaften Gestalt erreicht zu haben. Natürlich
gilt es hier, ordentlich Fotoaufnahmen mitzunehmen, wenngleich
das mitunter kräftezährend wird.
In unserem Hotel in Diö
bei Älmhult angekommen, bestaunen wir die dort einmalige
Seenlandschaft mit ihren typisch schwedischen Schären, zu
Deutsch: Steingärten. Entsprechend ist hier alles sehr einsam
und das Haus selbst ist lediglich ein Garni-Hotel. Für uns ein
Grund mehr, nach dem Check-In per Schlüsselbox zum Abendessen
nach Älmhult zu fahren.
Am Morgen gleich ein kleiner Schock: Das Motorrad von Wolle
steht nicht mehr auf dem Parkplatz.
Und wie sich auch
gleich herausstellt, ist Wolle selbst auch weg. Im Eifer hat
er es wohl versäumt, uns zu informieren, dass er in Karlskrona
einiges im Hotel hat liegen lassen. So sollen wir erst abends
auf der Fähre erfahren, dass er bereits auf direktem Weg mit
der Fähre nach Rostock seinen Heimweg in Richtung Berlin
angetreten ist.
Tagesetappe eins: Elchpark "Smålandet Moose Safari"
Auf der Terrasse unseres Garnis erleben wir eine wunderschöne Frühstückszeit bei wiedereinmal herrlichem Blick, diesmal auf die Schären. Wir haben Glück, unsere Bedienung stammt aus Deutschland und ist kompetent in Sachen Elchpark. Ihre Empfehlung dazu: die "Smålandet Moose Safari". Zwar lieg dieser Park etwas westlich unserer eigentlichen Route, abe wir wollen die Mädels ja glücklich machen. Heute klappt alles und wir lösen dort angekommen die Eintrittskarten gleich so, dass wir mit dem eigenen Auto die Safari erleben können. Die Elche kommen teilweise fast zum Berühren nah. Zum Glück sind sie momentan alle freundlich gestimmt. Einige Gäste füttern sie sogar mit Blättern. Insgesamt am Ende ein wahrlich neues, aufregendes und dadurch auch rentables Erlebnis.
Tagesetappe zwei: durch Südschweden nach Trelleborg
Nun geht es aber weiter zurück zur geplanten Strecke mit
Richtung Süd nach Trelleborg - wir wollen die Fähre ja nicht
verpassen. Vorbei an schönen kleinen Kirchen und weiten
Feldern passieren wir auf der sonst recht unspektakulären
Strecke zunächst Schloss Hovdala und erreichen dann Schloss
Marsvinsholm.
Anschließend streifen wir wieder Ystad und
fahren jetzt westlich, herrlich immer am Wasser entlang, mit
dem Zielpunkt Fähre. Die Zeit reicht sogar noch , um in
Smygehuk für ein paar Aufnahmen Halt zu machen.
Pünktlich
erreichen wir den Fährhafen und freuen uns auf die diesmal
etwas längere Überfahrt. Bei einem großen schwedischen
Abendbuffet - und das in bester Lage - mit Blick direkt über
den Bug der Fähre genießen wir die Seereise, die uns unter
anderem an den imposanten Offshore-Windpark "Baltic
2" vorbei führt.
Zurück in Deutschland
Im Fährhafen von Mukran festgemacht, fahren wir kurz die
Grenze passierend gleich los Richtung Stralsund. Und dies im
Konvoi, weil wir dabei ab Bergen direkt auf die abreisenden
Gäste der Störtebeker Festspiele treffen. Außerdem ist es
schon dunkel und insofern minimiert der Konvoi die Gefahr der
Begegnung mit dem heimischen Wild.
In der MOTOBIKE-AREA
des "Altstadt Hotel zur Post Stralsund" angekommen,
gönnen wir uns ein wohlverdientes, großes Stiefelbier. War für
eine großartige Sommerreise!