Text: Victoria Emanuel
Fotos: Franz Kirchhoff
Erschienen auch bei Motorrad & Reisen im Heft 98.
Die südliche und mittlere Alb haben die beiden Macher vom BASECAMP OSTSEE TOURER in den vergangenen Jahren schon ordentlich erkundet (Anm. d. Red.: Die Berichte finden sich in M&R 84, 94 und 97). Jetzt steht komplettierend der nördliche Teil auf der Agenda. Und so machen sich Werner und Franz Kirchhoff auf den Weg, um diesen ihnen noch nicht so gut bekannten Teil der Alb zu entdecken. Dabei sind sie erstaunt, wie rasant die technologische Entwicklung den Mittelgebirgsteil in den jüngsten Jahrzehnten geprägt hat.
Am frühen Nachmittag treffen Werner und Franz sich vor dem
„Aparthotel Schwarzwald Panorama“in Bad Wildbad. Wie schon
so oft, dient das Tochterhaus der Stralsunder auch diesmal
als Ausgangspunkt für ihre Tour im Süden der Republik.
Dazu soll es zunächst nach Steinenkirch in den Landgasthof
Rössle gehen, der sich schon im Rahmen der
Sieben-Brücken-Tour nach Garmisch (M&R Ausgabe 92) als
sehr gutes und strategisch günstig gelegenes Quartier
bewährt hat.
So machen sich die beiden bei bestem
Wetter auf den Weg und fahren südlich durch das große
Enztal über den Meistern aus Bad Wildbad heraus. Die Route
ist zwar mehr oder minder als reine Anfahrtsstrecke
gedacht, trotzdem hat der „Routingbeauftragte“ Franz es
sich auch dieses Mal nicht nehmen lassen, dafür schöne
kleine Straßen abseits der großen Verbindungen
herauszusuchen.
Bad Wildbad – Lautenhof – Hofstett – Neuweiler – Oberkollwangen – Bad Teinach-Zavelstein – Holzbronn – Dachtel – Aidlingen – Ehningen – Holzgerlingen – Schönaich – Waldenbusch – Filderstadt – Nürtingen – Owen – Dettingen unter Teck – Weilheim an der Teck – Neidlingen – Mühlhausen im Täle – Reichenbach im Täle – Geislingen an der Steige – Steinenkirch
Steinenkirch – Böhmenkirch – Weißenstein – Grünbach
– Wißgoldingen – Tannweiler – Waldstetten –
Unterbettringen
– Heubach – Möhnhof – Ziegelhütte – Zang –
Heidenheim an der Brenz – Königsbronn – Aalen –
Waldhausen – Lauchheim – Röttingen – Baldern –
Bopfingen – Flochberg – Ringlesmühle – Holheim –
Nördlingen – Reimlingen – Deiningen – Fessenheim –
Mauren – Ebermergen – Wörnitzstein –
Berg –
Donauwörth – Donaumünster – Bissingen – Gaishardt –
Unterringingen – Amerdingen – Dunstelkingen –
Rösingen – Neresheim – Elchingen auf dem Härtsfeld
Elchingen auf dem Härtsfeld – Neresheim – Steinweiler – Auernheim – Fleinheim – Dischingen – Demmingen – Mödingen – Finningen – Höchstädt an der Donau – Gundelfingen an der Donau – Unterbechingen – Giengen an der Brenz – Bolheim – Heuchlingen – Gerstetten – Schalkstetten – Amstetten – Geislingen an der Steige - Bad Über kingen – Reichenbach im Täle – Ursenwang – Schopflenberg – Bünzwangen – Weiler – Roßwälden – Altbach – Deizisau – Filderstadt – Stetten auf den Fildern – Steinenbronn – Sindelfingen – Ostelsheim – Gechingen – Althengstett – Altburg – Calmbach – Bad Wildbad
Das Routing
Eine solche Tour zu entwerfen, ist dabei nicht in ein paar
Minuten gemacht. Die Routen des BASECAMPs OSTSEE TOURER
entstehen meist aus einem Zusammenspiel der Sehenswürdigkeiten
einer Region, die von mir, Werners Assistentin, im Stralsunder
Redaktionsbüro ausgearbeitet werden und den schönsten und
kurvigsten Strecken, die Franz auf unterschiedlichstem
Kartenmaterial ortet. So kann es schonmal
sein, dass die
Streckenplanung mehrmals hin und her geht, bevor sie endgültig
steht. Final werden die Routen dann von Franz erstellt –
vorwiegend mittels Garmins „Basecamp“. Hier ist Werner immer
wieder erstaunt, wie detailliert sich auch bis dahin unbekannte
Wege mittels Routen- und Wegpunkten planen und darstellen
lassen. Franz, dem dieses Thema bewundernswert gut liegt, hat
dafür die eine oder andere Schulung absolviert und sich
anschließend auch autodidaktisch weitergebildet. Selbst die
jüngsten Entwicklungen und Neuerungen auf diesem Gebiet scheinen
ihm nicht zu entgehen.
Auf die Schwäbische Alb
Das erste Tagesziel auf dem Weg zur Alb ist Nürtingen, wo die
beiden in die malerische, an einem steilen Hang liegende,
Altstadt hineinfahren. Dabei entdecken sie mittendrin das Café
Schümli. Hier gibt es nicht nur k Bildunterschrift östlichen
Kaffee, sondern auch selbstgemachte Leckereien, von Kuchen über
feine Confiserie bis hin zu hausgemachten Pralinen. Davon muss
natürlich gekostet werden. Allzu lange können die beiden jedoch
nicht verweilen, denn es liegt noch etwas Strecke vor ihnen.
Bei Mühlhausen im Täle stoßen sie auf eine große
Brückenbaustelle. Diese entpuppt sich als Teil des Bahnprojekts
Stuttgart-Ulm und mithin als künftige Bahnbrücke über das weite
Tal. Die Fertigstellung ist für 2021 geplant.
Nun ist es
nicht mehr weit, hoch auf die Ostalb, bis Geislingen an der
Steige. Bei der Anfahrt auf die Stadt haben die Fahrer einen
guten Blick auf die berühmte „Geislinger Steige“ und die hier
fast senkrecht stehenden Felsen des Albtraufs. Gleichzeitig ist
das Tagesziel bald erreicht, der Landgasthof Rössle in
Steinenkirch. Aufgrund der mittlerweile fortgeschrittenen
Uhrzeit geht es nach dem Check-In bei der Chefin, die die beiden
bekannten Gesichter herzlich begrüßt, direkt zum Abendessen ins
hauseigene Restaurant. Werner und Franz haben sich gerade
hingesetzt, als die Kellnerin mit einem weiteren Gast zu ihrem
Tisch kommt. Er stellt sich als Jörg vor und fragt, ob er sich
zu ihnen setzen könne. Da das Restaurant gut gefüllt ist und
Jörg augenzwinkernd beteuert, ihnen nichts Böses zu wollen, darf
er sich natürlich gerne setzen. Als er fragt: „Sagt mal, ihr
fahrt doch auch Motorrad?“ ist das Eis schnell gebrochen und
noch während die Kellnerin die Getränke bringt, erzählt Jörg
bereits, dass er früher als Ingenieur bei HOMAG in Schopfloch
tätig war. Damals ist er für die Firma des Öfteren nach Bangkok
gereist und irgendwann einfach dort geblieben. Dem
Motorradfahren hat er aber auch in Thailand nicht abgeschworen
und mit seiner 1150 von BMW schon so manches Abenteuer erlebt.
Seine Heimatbesuche nutzt er immer auch dazu, für sich und seine
Freunde Ersatzteile zu kaufen.
Auf ihrem Rückweg von der
Ostalb werden die beiden Brüder extra bei HOMAG Halt machen und
Jörg ihren Standort per Whatsapp schicken. Darüber freut
er sich so sehr, dass er sie kurzerhand zu sich nach Bangkok
einlädt.
Im Herzen der Ostalb
Von Steinenkirch aus steht mit dem Ziel Neresheim-Elchingen die
große Albetappe an. Nach einer Stärkung am sehr reichhaltigen
und vielfältigen Frühstücksbuffet des Hotels, gehen die Brüder
zu ihren Motorrädern, die über Nacht sicher verschlossen, und
somit auch geschützt vor der Nässe des morgentlichen Frühtaus,
untergebracht waren. Es folgt das gewohnte Tagesbriefing von
Franz und schon geht es zunächst auf kurvigen Strecken Richtung
Norden. Dabei erhebt sich in Weißenstein die prächtige Kulisse
des gleichnamigen Schlosses. Ein wahrer Hingucker.
Weiter
Richtung Schwäbisch Gmünd, entdecken die beiden am Wegesrand
mehr oder weniger zufällig das Werk der „Fein Elektrowerkzeuge“.
Wie sich im Laufe der Tour noch herausstellen wird, nicht die
einzige namhafte Firma in der Ostalb.
Der erste längere
Stopp ist in Heidenheim an der Brenz avisiert. Hoch über der
Stadt grüßt schon von Weitem das Schloss Hellenstein, der
ehemalige Stammsitz der Herren von Hellenstein und Wahrzeichen
der Stadt. Heute beherbergt es das Heimat- sowie das
Landesmuseum. Ganz in der Nähe befindet sich das Naturtheater,
welches teilweise in eine Waldlichtung hinein gebaut wurde.
Werner und Franz rollen vorbei an der Zentrale des weltweit
agierenden Technologiekonzerns der Voith GmbH hinein in die
Innenstadt. Im Zentrum angekommen besuchen sie das
Elmar-Doch-Haus, welches als Schmuckstück der Heidenheimer
Fußgängerzone gilt. Nach einem leckeren Kaffee in der Bäckerei
Gnaier am Ende der Hauptstraße geht es nördlich aus der Stadt
heraus nach Oberkochen. Auf der Fahrt wird im Gewerbegebiet
zwischen Königsbronn und Oberkochen noch ein kurzer Abstecher zu
„Zeiss“ gemacht. Auf diese berühmte Firma werden die beiden auch
in Oberkochen wieder treffen. Der Ort mag vielen vom Namen her
bekannt sein, doch wissen sie meist nicht, dass er quasi
exemplarisch für die Hochtechnologie der gesamten Schwäbischen
Alb steht. In der idyllischen Stadt gibt es nicht nur drei
Standorte der Firma „Carl Zeiss“ sondern auch die Leitz GmbH
& Co. KG hat hier ihren Stammsitz. Sie stellt
maschinengetriebene Präzisionswerkzeuge und prozessausgelegte
Werkzeugsysteme für die professionelle Bearbeitung von Vollholz,
Holzwerkstoffen und Kunststoffmaterialien her. Wieso Oberkochen
damit exemplarisch für die hochtechnologische Ostalb steht? Nun,
ganz einfach: Hier, wie in der gesamten nördlichen Region, haben
sich technologische Unternehmen niedergelassen und bescheren der
Gegend großen Wohlstand.
Im Zentrum der Hochtechnologie
Ein kleiner Exkurs zur wirtschaftlichen Kraft des Ostalbkreises
sei hier gestattet, denn die hat eine große Historie. Zunächst
war der Ostalbkreis schon im 19. Jahrhundert das „Ruhrgebiet
Württembergs“. Nicht nur die Erfindung der Eisenbahn schaffte
neue Arbeitsplätze, es war vor allem Bergrat Faber du Faur, der
dem Eisenerzabbau in Wasseralfingen einen enormen Aufschwung
verlieh. Noch heute kennt man das Sprichwort „Wo das Eisen
wächst“. Es verdeutlicht den Anspruch dieser Region als Wiege
der Industrialisierung Deutschlands angesehen zu werden. Im
Laufe der Jahre entwickelte sich die Ostalb zu einem wahren
Technologie-Standort, den viele führende Unternehmen für sich
entdeckten. Daher verwundert es auch nicht, dass die Region im
Patentbereich sowohl auf Landes-, als auch auf Bundesebene auf
einem Spitzenplatz rangiert und immer wieder renommierte
Innovationspreise an dortige Unternehmen verliehen werden. Der
Wirtschaftsstandort wird durch die gute Lage zwischen den
Metropolen Frankfurt, Stuttgart und München, sowie der Nähe zur
A7 begünstigt. Auch die Infrastruktur in den Ortschaften kann
sich sehen lassen. Große und kleine Städte bieten ein angenehmes
Flair und gleichzeitig ein breites Spektrum an
Freizeitmöglichkeiten sowie soziale und schulische Einrichtungen
auf höchstem Niveau.
Den meisten wird „Carls Zeiss“ in Jena
ein Begriff sein. „Die Geschichte von ZEISS in Oberkochen begann
zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Jahr 1945 deportierten die
amerikanischen Truppen 77 führende Mitarbeiter von Carl Zeiss
Jena nach Heidenheim. Ein Jahr später gründeten diese die „Opton
Optische Werke Oberkochen GmbH“ als Tochterunternehmen der
Carl-Zeiss-Stiftung und das neue Unternehmen bezog Räume in
leerstehenden Fabrikhallen im nahe gelegenen Oberkochen.
Ganz oben im Norden
Auf den Motorrädern geht es weiter gen Norden bis nach Aalen,
oder wie Werner nach Mundart gerne sagt: Oole. Vom
Bekanntheitsgrad sicher ganz vorn mit dabei, ist Aalen zugleich
der Verwaltungssitz des Ostalbkreises. Besonders beeindruckend
sind das Limesmuseum, das zahlreiche Funde aus der Römerzeit
zeigt, und die Überreste des ehemaligen Reiterkastells – des
größten Reiterkastells nördlich der Alpen. Darüber hinaus sind
das geologisch-paläontologische Museum im Historischen Rathaus
und das kleinste Theater Deutschlands sehr sehenswert. Natürlich
wird gerade in Aalen die Verbindung zur starken technischen
Prägung der Region deutlich. An der ansässigen Hochschule für
angewandte Wissenschaft lernen aktuell etwa 6000 Studenten.
Im
Anschluss führt die Route östlich nach Waldhausen und von dort
aus gen Norden über Lauchheim mit Blick auf Schloss Kapfenburg.
In einer kleinen Schleife über Röttingen und Baldern wird
Bopfingen von Nord-Westen her angefahren und man passiert ganz
automatisch das Schloss Baldern. Es beherbergt eine der größten
privaten Waffensammlungen Deutschlands (etwa 800 Einzelstücke
aus Europa und dem Orient aus dem14. bis 18. Jahrhundert) und
gehört dem Fürstenhaus Oettingen-Wallerstein. Vom Festsaal
reicht der Blick bis ins Nördlinger Ries. Auch die barocke
Schlosskirche ist einen Besuch wert.
Am Rande der Alb
Im Folgenden geht es ins bayrische Nördlingen. In der Stadt, die
durch ihr komplett erhaltenes Stadtbild beeindruckt, erinnern
sich die beiden an einen kurzen Vortrag den ihnen Jürgen
Grieschat (Juri) bei der Start of Season 3.0 über das Nördlinger
Ries gehalten hat: „Das Nördlinger Ries ist der Einschlagskrater
eines Meteoriten, der vor ungefähr 15 Millionen Jahren in den
Nordrand der Schwäbischen Alb einschlug. Der Krater misst heute
23 bis 25 Kilometer im Durchmesser und war über lange Zeit mit
Wasser gefüllt. Sein Rand ist ringsum als Hügelkette
sichtbar.“
Die weitere Strecke führt auf kleinen, gut
befahrbaren Nebenstraßen von der Alb hinunter bis nach
Donauwörth, der großen Kreisstadt im schwäbischen Landkreis
Donau-Ries.
Auf dem Weg ins Stadtzentrum wird gleich zwei
Mal die Wörnitz überquert. In Donauwörth ist besonders die
Spätbarocke Wallfahrtskirche, das „Kloster Heilig Kreuz“,
sehenswert. Hier wird ein Stück des Kreuzes von Jesu Christi
aufbewahrt. Im Liebfrauenmünster aus dem 15. Jahrhundert
befindet sich die größte Glocke Schwabens, die sogenannte
„Pummerin“. Werner und Franz lauschen kurz dem Glockenspiel am
Westgiebel des Rathauses, das Volkslieder zum Besten gibt.
Natürlich darf für unsere Technikbegeisterten aber ein Besuch
bei Airbus Helicopters, dem weltweit führenden Hersteller für
Hubschrauber und Flugzeugbauteile am östlichen Rand der Alb,
nicht fehlen.
Dann geht es ein kurzes Stück entlang der
Donau, über Donaumünster zur Mitte der Ostalb und auf kleinen
Straßen vorbei am Kloster Neresheim, bevor sie am späten
Nachmittag im Landgasthof Metzgerei Ochsen ankommen. Die
Unterkunft, eher bescheiden dafür sehr günstig und äußerst
persönlich, kennen Werner und Franz bereits. Die Motorräder
können hier in einer Garage untergestellt werden. Dafür fährt
Besitzer Charly, der eben erst von einer spontanen Spritztour
zur „Löwensteiner Platte“ zurückgekommen ist, sogar sein Auto
heraus. Dann lädt Charly die Brüder zu einem großen Stiefelbier
ein – natürlich von ihm selbst gezapft. Währenddessen lauschen
die beiden seinen Erzählungen zu Land und Leuten, hier auf dem
"Härtsfeld".
Durch die Alb zurück mit Richtung Schwarzwald
Tag drei der Tour ist angebrochen und es muss schon wieder
zurück gehen Richtung Bad Wildbad. Nach einem ausgiebigen
Frühstück starten die beiden BASECAMPer schon um kurz nach acht
Uhr. Heute sollen über 300 Kilometer zurückgelegt werden. Trotz
der nicht gerade kurzen Strecke stehen erneut zahlreiche
Sehenswürdigkeiten auf dem Plan. Von einem herrlichen
Kurvenrausch begleitet führt der Weg die beiden von der Alb
hinab, zurück zur Donau, genauer gesagt nach Höchstädt. Hier
schauen sie sich den Marktplatz mit der Stadtkirche „Maria
Himmelfahrt“, das Alte Rathaus sowie das Spätrenaissance-Schloss
an. Dann geht es weiter, parallel zur Donau nach Dillingen mit
der beeindruckenden Basilika „St. Peter“ und dem ehemaligen
Residenzschloss. Das Mitteltor ist Dillingens einziges noch
erhaltenes Stadttor. Warm ist es an diesem Tag und schon jetzt
aufgrund der vielen Sehenswürdigkeiten etwas später als geplant.
Schnell fahren sie daher weiter entlang der Donau nach Lauingen.
Hier steht ein Denkmal für Albertus Magnus auf dem Marktplatz.
Das Rathaus mit seiner eindrucksvollen Fassade lohnt es ebenso
zu besichtigen, wie den 54 Meter hohen „Schimmelturm“. Die
letzte Stadt an der Donau, die heute durchfahren wird, ist
Gundelfingen. Besonders sehenswert, speziell für PS-Vernarrte,
ist der „Automobil-Veteranen-Salon“. Das Privatmuseum zeigt in
seiner Oldtimerausstellung teilweise einzig noch vorhandene
Exemplare.
Nun gilt es Strecke zu machen. So geht es zügig
nach Nord-Westen, zurück auf die Alb. In Giengen an der Brenz
wird zunächst dem berühmten Feuerwehrausstatter „Ziegler“ eine
Stippvisite abgestattet. Erstaunlich, wie viele zum Aufbau
bereite und bereits rot lackierte LKW hier schon von Weitem auf
dem Gelände zu sehen sind.
Mit einem Abstecher zur
„Bären-Burg“ wollen Werner und Franz Herrn Wolf besuchen, um ihm
sein persönliches Exemplar von „Motorrad & Reisen“
vorbeizubringen. Kennengelernt hatten sie ihn auf der Tour „Über
sieben Brücken nach Garmisch“ (M&R 92) und damals
versprochen, auf ihrer nächsten Tour über die Schwäbische Alb
wiederzukommen. Der Ur-Großneffe der Firmengründerin Margarete
Steiff ist zum Glück zuhause und freut sich sehr über den
Besuch. Ein paar Mitbringsel für die Lieben daheim werden
natürlich auch gekauft.
Jetzt heißt es aber weiterfahren!
Immer westlich führt die Route, sehr häufig mit gutem Blick auf
den Albtrauf, bis Geislingen an der Steige. Hier locken ein
Denkmal für Kaiser Wilhelm den I. und das Heimatmuseum im „Alten
Bau“. Auch in Geislingen ist die Industrie allgegenwärtig – hier
steht das Hauptwerk von „WMF“. Anders als geplant, wird auf der
weiteren Strecke die Stadt Göppingen mit ihrem Schloss und der
Burgruine Hohenstaufen lediglich umfahren und die Route führt
südlich an Stuttgart vorbei. Ausgerechnet jetzt fällt auch noch
das Navi von Franz aus. Zum Glück sichert er alle Routen auf
einer zusätzlichen SD-Karte im Navigationsgerät und so kann,
nach kurzer Zwangspause zur Wiederherstellung, die Fahrt
fortgesetzt werden.
Zuhause in Bad Wildbad
Die letzten Meter legen die beiden ohnehin auf etwas bekannteren
Strecken zurück und kommen am frühen Abend, erschöpft ob des
letzten, sehr intensiven Tages, zufrieden im „Aparthotel
Schwarzwald Panorama“ in Bad Wildbad an. Bei einem Abendessen im
Nachbarort Enzklösterle lassen sie die Tour ausklingen.
Am
nächsten Morgen, beim gemeinsamen Frühstück in der
Panoramalounge ihres Wildbader Hauses, will Werner von Franz
wissen, ob denn mit seinem Navi wieder alles in Ordnung sei. Er
bejaht, ist aber immer noch sehr erleichtert, die Route
zusätzlich auf der SD-Karte gespeichert zu haben. So beschließt
auch Werner, sich gleich nach seiner Rückkehr in Stralsund eine
SD-Karte für sein Navi zu organisieren – sicher ist sicher.
Nachlese: Rückblickend auf alle Touren, die Werner und Franz auf der Schwäbischen Alb gemacht haben, sind sie sich einig: Ob mit dem Besuch der Zollernalb im Süden, dem mittleren Teil um Münsingen oder jetzt, nach ihrer Tour durch die Ostalb – sie sind um ein großes Stück Natur- und Gebietskenntnis reicher geworden. Mit einem tieferen Verständnis zur Alb erschließt sich den beiden dieses nahgelegene, ideale Motorrad-Terrain viel besser, dem sie künftig sicher noch oft einen Besuch abstatten werden.